Entwicklung des österreichischen Bahn­netzes

Auf dieser Seite wird die historische Ent­wicklung des Eisen­bahn­netzes in Österreich kurz erläutert. Zudem wird auch auf zukünftige Projekte eingegangen.

 

Link zu Unterseite:

 

Link zu externer Seite:

Schematische Karten des Bahn­netzes für viele Fahr­plan­jahre von 1920 bis heute findet man auf folgender Web­site: https://bahnnetz-at.jimdo.com/

Zurzeit verkleinere ich meinen Bestand an Eisenbahn-Büchern bzw. gebe Bücher ab, die ich doppelt besitze:
>> Privatverkauf Bücher <<

 


Karte vom Bahnnetz - bestehende & ehemalige Strecken

Bei Klick auf die unten befindliche Karte öffnet sich ein neues Fenster mit einer genauen GoogleMaps-Karte. Als Hinter­grund kann auch eine Satelliten­ansicht ausgewählt werden.

 

Bitte haben Sie etwas Geduld, da diese Karte recht lange zum Laden braucht!

 

Karte vom Bahnnetz in Österreich
Karte vom österreichischen Bahnnetz (ca. 2010). Für eine detailierte Darstellung bitte auf diese Karte klicken!

Legende:

  • Dicke, grüne Linien: Personen- und meist auch Güter­verkehr (Stand: ca. 2010); diese Ebene wird standardmäßig nicht dargestellt und muss erst eingeblendet werden!
  • Dünne, grüne Linien: nur noch Güterverkehr (Stand: 2020)
  • Rote Linien: Museumsverkehr oder Draisinen (Stand: 2020)
  • Schwarze und braune Linien: Strecke aufgelassen (Stand: 2020)

Anfänge bis zum 2. Weltkrieg

Die erste Eisenbahn in Österreich war die Pferde­bahn Budweis - Linz - Gmunden, die bereits im Jahre 1832 eröffnet werden konnte. 1837 wurde das Teil­stück (Wien) Floridsdorf - Deutsch Wagram der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn fertiggestellt, dabei handelte es sich um die erste Dampfeisen­bahn Österreichs. Darauf­hin kam es zu einem massiven Ausbau des Eisen­bahn­netzes und auch kompli­zierte Strecken wie die Über­querung des Semmerings (1854) als Teil der Süd­bahn wurden durchgeführt.

 

Frühe Fehler wurden durch die Rück­sicht­nahme auf die Fuhr­leute begangen, sodass viele Bahn­höfe weit abseits von den Sied­lungen gebaut wurden.

 

Einige Bahn­linien konnten zum Glück noch vor dem ersten Welt­krieg fertig­gestellt werden, unter anderem:

  • Pyhrnbahn, Eröffnung 1905/1906
  • Mariazeller­bahn, Eröffnung 1906/1907
  • Tauernbahn, Eröffnung 1909
  • Wechselbahn, Eröffnung 1910

Beispiele für geplante Strecken

Der erste Weltkrieg verhinderte den Bau zahl­reicher schon geplanter Bahn­strecken. Es war ange­dacht, neben dem Bau von neuen Strecken auch viele Stich­bahnen zu ver­längern:

  • Wien - Neustift am Walde - Scheibling­stein - König­stetten - Sieg­harts­kirchen (Wiener­wald­bahn)
  • Wien - Mauerbach
  • Baden - Alland - Klausen-Leopoldsdorf
  • Hainfeld - Laaben - Altleng­bach - Reka­winkel
  • Markt Sankt Martin - Sieggraben - Mattersburg
  • Gußwerk - Au-Seewiesen (Verbindung Mariazeller­bahn - Thörlerbahn, Schmal­spur)
  • Gresten - Ybbsitz (Verbindung Ybbstal­bahn - Mariazeller­bahn, Schmal­spur)
  • Landl - Gußwerk (Salzatalbahn)
  • Kernhof  - Terz - Mariazell bzw. Neuberg
  • Türnitz - Mariazell
  • Litschau - Nová Bystřice (Schmal­spur­bahn)
  • Groß Gerungs - Ottenschlag (Schmal­spur­bahn)
  • Groß Gerungs - Grein an der Donau (Schmal­spur­bahn)
  • Langschlag oder Steinbach-Bad Großpertholz - Frei­stadt
  • Martinsberg-Gutenbrunn oder Ottenschlag - Anschluss Donau­ufer­bahn
  • Raabs an der Thaya - Drosendorf
  • Aigen-Schlägl - Želnava (Salnau)
  • Rohrbach oder Oepping (?) - Wegscheid
  • Haag am Hausruck - Pram
  • Bürmoos - Anschluss Mattigtal­bahn
  • Sellraintalbahn (Abzweigung von Stubaitalbahn)
  • Landeck - Mals (Reschen­bahn, Anschluss an Vinsch­gau­bahn)
  • Lienz - Kitzbühel (Felbertauern­bahn, Alter­native zu Tauern­bahn)
  • Bezau - Schoppernau (Ver­längerung Bregenzer­wald­bahn, Schmal­spur)

 

 

In der Zwischen­kriegs­zeit wurden vor allem auf­grund des zunehmenden Straßen­verkehrs und wegen Geld­mangels nur noch wenige Strecken eröffnet (z. B. schmal­spurige Strecke nach Gresten 1927). Aller­dings kam es zu vielen Elektrifi­zierungen von Bahn­linien im Westen Österreichs.

Größte Ausdehnung und Beginn von Streckeneinstellungen

In der Zeit zwischen den beiden Welt­kriegen kam es zu ersten Strecken­still­legungen, sodass das österreichische Eisen­bahn­netz seine größte Aus­dehnung um ca. 1930 erreicht haben dürfte. Aufge­lassen wurden zum Beispiel:

  • Zahnradbahn auf den Kahlenberg bei Wien (1922)
  • Zahnradbahn auf den Gaisberg bei Salzburg (1928)
  • Mödling - Hinterbrühl (1932)
  • Mödling - Laxenburg (1932)
  • Sierning - Bad Hall (1933)
  • Oberloisdorf - Lutzmanns­burg (1933)

Nachkriegszeit bis Jahrtausendwende

Relativ kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden viele Strecken in den Ostblock bzw. nach Jugoslawien einge­stellt:

  • Fratres - Slavonice
  • Laa an der Thaya - Hevlin
  • Wolfsthal - Bratislava (Pressburg)
  • Parndorf - Bratislava (1998 wieder­eröffnet)
  • Rechnitz - Szombathely
  • Güssing - Körmend
  • Bad Radkersburg - Gornja Radgona/Ober­radkers­burg (Radkers­burger Bahn)

 

Andere Eisen­bahn­linien blieben erhalten, wurden aber wegen des rückläufigen Verkehrs auf ein Gleis zurück­gebaut. Auswahl ehemals zwei­gleisiger Strecken:

  • Stadlau - Marchegg (March­egger Ostbahn); wird wieder zwei­gleisig ausge­baut und elektri­fiziert.
  • Absdorf-Hippersdorf - České Velenice/Gmünd Hbf. (Franz-Josefs-Bahn)
  • Viehofen - Herzogenburg
  • Graz-Puntigam - Spielfeld-Straß (Südbahn); wird wieder bzw. ist teil­weise schon zwei­gleisig ausge­baut.

 

In den Folgejahren wurde auf weiteren Linien vor allem der Personen­verkehr aufgegeben, während der Güter­verkehr auf einigen Eisen­bahn­strecken noch viele weitere Jahre bestand bzw. bis heute besteht. Insbe­sondere in den 80er Jahren wurden sehr viele Strecken im Wein­viertel in Nieder­öster­reich einge­stellt.

 

1964 konnte die Jauntal­bahn in Betrieb genommen werden, was der erste Strecken­neubau seit vielen Jahren war. Außer­dem begann man, die Tauern­bahn zwei­gleisig auszu­bauen bzw. zu begradigen und viele Strecken zu elektri­fizieren. Im Jahr 1987 wurde der Personen­verkehr auf der Vororte­linie von Wien Hütteldorf nach Wien Heiligen­stadt wieder aufge­nommen und diese Linie als S45 bezeichnet.

Planungen in den 90er Jahren

In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Neben­bahnen einge­stellt ("Rückzug aus der Fläche"), allerdings gab es auch Positives wie die Ein­führung des NAT 91 (Neuer Austro-Takt). Ab Mitte der 90er Jahre wurden sogar erstmals wieder große Investitionen ins Bahn­netz vorgenommmen:

  • Beginn des Ausbaus der West­bahn
  • Dezember 1998: Wiedereröffnung der schon 1951 einge­stellten Strecke Parndorf - Bratislava

 

Die folgende Karte zeigt das geplante österreichische Eisen­bahnnetz mit Personen­verkehr für das Jahr 1992:

 

Österreichisches Eisenbahnnetz mit Personenverkehr, voraussichtlicher Stand 1992; Quelle: unbekannt
Österreichisches Eisenbahnnetz mit Personenverkehr, voraussichtlicher Stand 1992; Quelle: unbekannt

 

Wie man sieht, sind einige der damals aufgegebenen bzw. von einer Einstellung bedrohten Stecken (strichlierte Linien) sogar noch heute in Betrieb. Allerdings sind zwei Bahnen verschwunden, deren Existenz damals als gesichert galt:

  • Hainfeld - Weissenbach-Neuhaus (eingestellt 2004 bzw. 2005)
  • Weizelsdorf - Rosenbach (Rosentalbahn, aufgelassen 2016)

Weitere Entwicklungen ab 2000 und das Zielnetz 2025+

In den 2000er Jahren wurden weitere Strecken stillgelegt:

  • Mürzzuschlag - Neuberg (2000)
  • Wieselburg - Ruprechtshofen (2000)
  • Gmünd - Groß Gerungs (2001; noch Museums­ver­kehr)
  • Retz - Drosendorf (2001; noch Museums­verkehr)
  • Drösing - Zistersdorf (2001; noch Güter­ver­kehr)
  • Leoben - Vordernberg Markt (2001)
  • Freiland - Türnitz (2001)
  • Mank - Ruprechtshofen (2002)
  • Siebenbrunn-Leopolds­dorf - Engel­hart­stetten (2003)
  • Hainfeld - Weissenbach-Neuhaus (2004/2005)
  • Waidhofen an der Thaya - Waldkirchen/Thaya (2006 nach Hoch­wasser einge­stellt)

 

Positiv ist hingegen die Elektrifizierung der folgenden Strecken im Osten Österreichs:

  • Sopron - Deutsch­kreutz (2001)
  • Neusiedl am See - Fertőszent­miklós (2004)
  • Mistelbach - Laa/Thaya (2006)
  • Retz - Šatov (2006)
  • Neusiedl am See - Eisen­stadt - Wulka­proders­dorf (2009)

Überlegungen zu einem Zielnetz 2025+

Um das Jahr 2010 wurde von den ÖBB über­legt, wie ein Zielnetz 2025+ aus­sehen könnte. Viele der noch ver­blie­benen Neben­bahnen standen auf dem Prüf­stand, wie die folgende Grafik aus dem Standard zeigt:

 

Einstellungsgefährdete Nebenbahnen, Stand ca. 2010; Quelle: Der Standard/APA/ÖBB
Einstellungsgefährdete Nebenbahnen, Stand ca. 2010; Quelle: Der Standard/APA/ÖBB

 

Viele Strecken der Kategorie Z waren schon lange einge­stellt und sind mittler­weile meist abge­tragen bzw. werden als Museums­bahnen oder Bahn­trassen­rad­wege genutzt. Aller­dings ist die Strecke mit der Nummer 14 (Pernhofen - Zellern­dorf) noch im Jahre 2019 in Betrieb, wenn­gleich auch stark ein­stellungs­gefährdet.

 

Einige Strecken der Kategorie W sind mittler­weile aufge­lassen. Jedoch scheint die Zukunft vieler dieser Bahnen zumindest vorerst gesichert, wenn auch nicht immer mit öffentlichem Personen­verkehr. Wären alle grünen Strecken aufge­lassen worden, würde es fast keine Neben­bahnen mehr in Österreich geben...

Zielnetz 2025+ der ÖBB

Die folgende Abbildung zeigt das schließlich geplante Zielnetz 2025+ der ÖBB, das Sie sich nach dem Bild auch als PDF in hoher Auflösung herunterladen können:

 

Geplantes Zielnetz 2025+ der ÖBB; Quelle: ÖBB Infrastruktur
Geplantes Zielnetz 2025+ der ÖBB; Quelle: ÖBB Infrastruktur
Download
Zielnetz 2025+
Zielnetz_2025_OEBB_Streckenplan.pdf
Adobe Acrobat Dokument 739.5 KB

 

Ob das so umgesetzt wird, ist nicht ganz sicher, aller­dings wurden ab dem Jahr 2010 schon viele Strecken -  insbe­sondere in Nieder­österreich - einge­stellt bzw. an private Betreiber über­geben, um dieses Ziel­netz zu erreichen. Dennoch gibt es für die ver­bliebenen Strecken Grund zur Hoffnung, siehe die folgenden Abschnitte.

 

Zudem trennten sich die ÖBB von allen Schmal­spur­bahnen: Einige dieser Strecken werden von den Bundes­ländern weiter­betrieben (Pinz­gauer Lokal­bahn, Mariazeller­bahn, City­bahn Waidhofen), andere sind noch als Museums­bahnen in Ver­wendung (Waldviertler Schmal­spur­bahnen, Ybbstal­bahn Berg­strecke, ...).

 

Beispiele einge­stellter Regionalbahnstrecken:

  • Gstadt - Lunz am See bzw. Ybbsitz (Ybbstal­bahn, 2009/2010 einge­stellt)
  • Ober-Grafendorf - Mank (Krumpe, 2010 aufge­lassen)
  • Freiland - St. Aegyd (Traisen­tal­bahn, Personen­ver­kehr 2010 einge­stellt; noch privater Güter­verkehr)
  • Scheibbs - Kienberg-Gaming (2010 aufgelassen, Strecke abgebaut)
  • Krems - Emmersdorf (Wachau­bahn, Personen­ver­kehr 2010 einge­stellt; Touristen­verkehr durch NÖVOG)
  • Schwarzenau - Waidhofen an der Thaya (2010; eventuell wieder Güter­verkehr)
  • Schwarzenau - Zwettl (2010; noch Güter­verkehr)
  • Zeltweg - Bad St. Leonhard (2010; noch Güter­verkehr)
  • Friedberg - Oberwart (Pinkatalbahn, Personen­ver­kehr 2011 aufge­lassen; noch privater Güter­verkehr)
  • Deutschkreutz - Oberlois­dorf (Burgen­land­bahn, einge­stellt 2013; im nördlichen Abschnitt Fahrrad­draisinen)
  • Hermagor - Kötschach-Mauthen (Plan­verkehr 2016 einge­stellt, möglicher­weise Museums­verkehr, seit 2019 Anschluss­bahn)
  • Weizelsdorf - Rosenbach (aufge­lassen 2016)
  • Mistelbach Lokalbahn - Hohenau (Güter­verkehr ca. 2016 einge­stellt)
  • Schweinbarther Kreuz (Personen­verkehr im Dezember 2019 aufge­lassen)

Fazit, aktueller Stand & Ausblick

Es gab viele Planungen, allerdings kam es oft ganz anders als gedacht. Bedenklich ist, dass in den 80er Jahren anscheinend die jetzige Bahn zum Flughafen Wien Schwechat (!) und die Strecke von St. Pölten nach Krems aufge­lassen werden sollten - letztere Strecke wird in naher Zukunft sogar elektrifiziert.

 

Im Jahr 2010 wurde im Zuge des Ziel­netzes 2025+ über­legt, die Strecke Neusiedl/See - Wulka­proders­dorf nicht ins Ziel­netz aufzu­nehmen, obwohl sie erst kurz davor elektri­fiziert wurde.

Aller­dings kam es immer wieder vor, dass in Bahn­strecken viel Geld investiert wurde, die wenig später jedoch aufge­lassen wurden. Ein Bei­spiel ist der 2005 stillgelegte Ab­schnitt der Leobers­dorfer­bahn über den Gerichts­berg: Die dort verlegten Schwellen waren zum Zeitpunkt der Ein­stellung gerade ein­mal 2 Jahre alt, wie das neben­stehende Bild be­weist. Die Zahl 03 auf der Schwelle gibt das Jahr der Produktion an, also 2003.

 

Betonschwelle
Betonschwelle (03 = 2003)

2005 eingestellter Abschnitt der Leobersdorferbahn zwischen den Haltestellen Eberbach-Hocheck und Taßhof.
2005 eingestellter Abschnitt der Leobersdorferbahn zwischen den Haltestellen Eberbach-Hocheck und Taßhof. Die Betonschwellen stammen aus dem Jahr 2003, sie waren also nur höchstens zwei Jahre (!) lang in Betrieb!

 

Zudem war unter anderem vorge­sehen, die Strecke zwischen Ebensee und Stainach-Irdning aufzugeben, da große Investitionen anstanden. Glücklicher­weise kam es nicht dazu, diese Bahn­strecke ist nun aufgrund vieler Touristen vor allem aus Asien gut ausge­lastet und wird modernisiert.

 

In nächster Zeit sollten jedoch fast keine Strecken mehr einge­stellt werden, sondern viele Regional­bahnen modernisiert und teil­weise elektri­fiziert werden, was wohl auch der aktuellen Klima­debatte geschuldet ist. In den letzten Jahren kam es sogar zu Strecken­ver­längerungen von Lokal­bahnen in Ober­österreich.

 

Etwas negativ fällt auf, dass in letzter Zeit viele kleinere Halte­stellen geschlossen wurden, zum Bei­spiel auf der Franz-Josefs-Bahn im Abschnitt Absdorf-Hippersdorf - Sigmundsherberg.

 

 

Neben den Modernisierungen von Neben­bahnen und Bahn­höfen und der Errichtung von neuen Halte­stellen sind unter anderem folgende wichtige Strecken­aus­bauten geplant und meist schon in Bau:

  • Semmeringbasistunnel zwischen Glogg­nitz und Mürz­zuschlag als wichtiger Teil der neuen Südbahn
  • Neubau der sogenannten Koralmbahn von Graz nach Klagenfurt
  • Viergleisiger Ausbau der West­bahn (neue Bezeichnung Weststrecke) im Abschnitt Linz Kleinmünchen - Linz Hbf. - Wels und Salzburg - Straß­walchen.
  • Brennerbasistunnel zwischen Inns­bruck und Franzens­feste/Fortezza
  • Nordbahn von Wien Süßen­brunn nach Berhardsthal
  • Wien - Marchegg - Bratislava (zwei­gleisiger Aus­bau und Elektri­fizierung)
  • Zweigleisiger Ausbau und Strecken­begradigungen der Tauern­bahn (größten­teils fertig­gestellt)

Niederösterreich

Die nach den zahlreichen Einstellungen im Jahr 2010 noch existierenden Regional­bahnen in Niederösterreich dürften in Betrieb und im Besitz der ÖBB bleiben bzw. teil­weise auch modernisiert werden - sogar eine Elektri­fizierung vieler Neben­bahnen ist zur­zeit geplant:

  • Wien - Marchegg - Bratislava (Elektri­fizierung in Bau, Fertig­stellung 2022)
  • Gänserndorf - Marchegg (Fertig­stellung 2020)
  • Pöchlarn - Scheibbs (bis 2025)
  • St. Pölten - Hainfeld bzw. Schrambach (Traisen­tal­bahn, bis 2025)
  • Wr. Neustadt Hbf. - Puchberg am Schnee­berg (Puch­berger Bahn, bis 2027)
  • Wiener Neustadt - Sopron (Mattersburger Bahn, bis 2026)
  • Hadersdorf am Kamp - Sigmunds­herberg (Kamp­tal­bahn, bis 2027)
  • Herzogenburg - Krems (Kremser Bahn, bis 2027)

 

Leider wurde der Personenverkehr auf dem Schwein­barther Kreuz im Dezember 2019 einge­stellt (externer Link: Website mit genauer Analyse der Fakten). Dies könnte sich in Zukunft als großer Fehler heraus­stellen: Die ehemalige Straßen­bahnlinie 360 von Wien Rodaun nach Mödling ist dafür ein gutes Beispiel. Wie diese Straßen­bahn befindet sich das Schwein­barther Kreuz in unmittel­barer Nähe zu Wien, bei ent­sprechender Attrak­tivierung (Bau einer Schleife bei Obers­dorf Richtung Wien, Elektri­fizierung und Durch­bindung von Zügen in Richtung Wien) könnte diese Bahn­strecke in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Man stelle sich vor, selbst die Badner Bahn schrammte in den 80ern nur knapp an der Ein­stellung vorbei, heute ist sie ein unver­zicht­barer Bestand­teil des (öffent­lichen) Verkehrs.

 

Zu hoffen wäre noch, dass die Strecke von Pern­hofen nach Zellern­dorf für den Güter­verkehr erhalten bleibt.

Wien

In naher Zukunft wird der Nordwest­bahnhof für den Güter­verkehr aufge­geben, wobei seine Aufgaben nach Wien Inzersdorf ver­lagert werden.

 

Ansonsten sind - zum Teil erst in ferner Zukunft - folgende Verbes­serungen geplant:

  • Wien Hütteldorf - Wien Penzing (Vorortelinie S45): zweigleisiger Ausbau für 7,5 Minuten-Takt und Errichtung Hst. Wien Baumgarten
  • Verlängerung der S45 im Abschnitt Wien Handels­kai - Wien Praterkai
  • Wien Hütteldorf - Wien Meidling (Verbindungs­bahn S80): Durch­gehend 2-gleisiger, kreuzungs­freier Ausbau und Errichtung von zwei neuen Halte­stellen: Hietzinger Haupt­straße und Stranzen­berg­brücke
  • Wiener Stamm­strecke: Einführung von ETCS 2 und Verlängerung der Bahn­steige auf 220m; diese Maß­nahmen ermöglichen das Führen längerer Züge (Dreifach- statt Doppel­garnituren) und dichtere Inter­valle.
  • Wien Meidling - Mödling (Südbahn): vier­gleisiger Ausbau und Errichtung von zwei neuen Halte­stellen: Tullnertal­gasse und Brunn Europa­ring
  • Wien Meidling - Abzweigung Altmanns­dorf (Potten­dorfer Linie): zweigleisiger Ausbau

 

Quelle und mehr Infos: https://blog.oebb.at/zweites-schienen-infrastruktur-paket/

Oberösterreich

Die Zukunft zahlreicher Strecken in Ober­österreich war lange Zeit ungewiss, insbe­sondere das Schick­sal der Mühl­kreis­bahn und der Almtal­bahn. Laut der­zeitigem Stand (Herbst 2019) soll jedoch - zumindest bis 2029 - keine einzige Neben­bahn einge­stellt werden, es dürften alle bestehenden Strecken modernisiert und teil­weise sogar elektri­fiziert werden:

  • Steindorf - Braunau (Mattigtalbahn)
  • Neumarkt-Kalham - Ried - Braunau - Simbach (Innkreisbahn, bis 2029)
  • Linz - St. Nikola-Struden (Donauuferbahn)
  • Linz-Urfahr - Kleinzell (Teilstück der Mühlkreisbahn)
  • Wels - Sattledt (Teilstück der Almtalbahn, bis 2030)

 

Mehr Infos: https://blog.oebb.at/infrastrukturoffensive-oberoesterreich/

 

Sehr positiv waren auch die in letzter Zeit erfolgten Verlängerungen von Lokalbahnen:

  • Salzburger Lokal­bahn von Trimmelkam nach Oster­miething (2014)
  • Verbindung von Straßenbahn Gmunden und Traun­seebahn (2018)

Steiermark

In der Steier­mark gibt es noch einige gefährdete Regional­bahn­strecken, dazu zählt unter anderem die Strecke von Spiel­feld-Straß nach Bad Radkers­burg (Radkers­burger Bahn), trotz der erst kürzlich erfolgten Investitionen. Diese Bahn­linie sollte daher vom Land Steier­mark über­nommen werden, aller­dings ist es bis heute noch nicht dazu gekommen.

Außerdem weiß ich nicht, wie es mit der Murtal­bahn bzw. Gleichen­berger Bahn weiter­gehen wird (Eigen­tümer Steier­märkische Landes­bahnen). Es gibt Gerüchte, wonach die Murtal­bahn elektri­fiziert oder auf Wasser­stoff­antrieb umge­stellt werden soll.

 

Eigentlich fix ist die Elektri­fizierung der Graz-Köflacher­bahn (GKB), die ab 2025 erfolgen soll. Wann die Steirische Ost­bahn elektri­fiziert werden kann, ist zurzeit noch unklar.

Tirol

In Tirol wurde - außer der nur kurz bestehenden Umgehungs­bahn Innsbruck - noch nie eine Bahn­strecke einge­stellt. Ende der 1990er Jahre war aller­dings der Fortbe­stand der Außer­fernbahn sehr stark gefährdet. Mittler­weile wurde diese Strecke modernisiert und der rest­liche Abschnitt im Jahr 2019 elektrifiziert.

 

Auch die schmalspurige Ziller­tal­bahn war Mitte der 1960er Jahre von einer Ein­stellung bedroht. Dazu kam es aller­dings nicht und im Jahr 2007 konnte sogar mit dem Bau zwei­gleisiger Abschnitte begonnen werden. In naher Zukunft erfolgt eine Um­stellung von Diesel- auf Elektro­betrieb mithilfe von Brenn­stoff­zellen. Dies erfolgt auf Wunsch der Tourismus­branche, die keine störende Ober­leitung möchte. Rein wirt­schaft­lich betrachtet wäre jedoch laut Experten eine klassische Elektri­fizierung mittels Ober­leitung günstiger...

Auch Neu­tras­sierungen und eine Strecken­ver­längerung zur Ahorn­bahn sind ange­dacht.

 

2020 musste die Achen­see­bahn Insolvenz an­melden, aller­dings könnte es 2021 wieder einen Betrieb geben.

Salzburg

Die schmalspurige Pinzgauer Lokal­bahn sollte auf­grund der schweren Schäden durch immer wieder auf­tretende Hoch­wässer eingestellt werden. Dass es nicht dazu kam, ist vor allem dem Landes­haupt­mann von Salzburg, Wilfried Haslauer (ÖVP), zu verdanken. Nach dem Hoch­wasser im Jahre 2005 wurde der fast komplett zerstörte Abschnitt zwischen Mittersill und Krimml - teil­weise auf neuer Trasse - wieder aufge­baut und die gesamte Strecke 2008 vom Land Salzburg über­nommen. Durch diverse Modernisierungen konnten die Fahr­gast­zahlen auf fast 1 Million (!) pro Jahr gesteigert werden.

Wie im Jänner 2020 auf salzburg.orf.at zu lesen war, ist geplant, die Pinz­gau­bahn vom Bahnhof Krimml zu den Krimmler Wasser­fällen zu ver­längern und auch die gesamte Strecke zu elektri­fizieren.

Andere Bundesländer

In den übrigen Bundes­ländern sind zurzeit keine Strecken von einer Ein­stellung bedroht, wenn man vom Teil­stück St. Paul - Bleiburg Stadt der Jauntalbahn absieht, das mit Inbetriebnahme der Koralmbahn aufgelassen werden soll. In Kärnten und im Burgen­land wurden ein paar Neben­bahnen erst in den letzten Jahren aufge­geben.

 

Positiv ist zu vermerken, dass im Burgenland ein Teil­stück der schon einge­stellten Bahn­strecke Oberwart - Rechnitz (Pinka­tal­bahn) für den Güter­verkehr von Ober­wart bis Roten­turm an der Pinka im Dezember 2019 wieder­eröffnet wurde.

 

In Kärnten werden die folgenden Neben­bahnen elektri­fiziert:

  • Arnoldstein - Hermagor (Gailtalbahn S4, im Dezember 2019 abgeschlossen)
  • Klagenfurt Hbf. - Weizelsdorf (S3)
  • Lavanttal - Wolfsberg (S1)

Seite erstellt am 25.11.2019. Zuletzt geändert am 30.08.2020.