Entwicklung des österreichischen Bahn­netzes

Auf dieser Seite wird die historische Ent­wicklung des Eisen­bahn­netzes in Österreich kurz erläutert. Zudem wird auch auf zukünftige Projekte eingegangen.

 

Link zu Unterseite:

 

Link zu externer Seite:

Schematische Karten des Bahn­netzes für viele Fahr­plan­jahre von 1920 bis heute findet man auf folgender Web­site: https://bahnnetz-at.jimdo.com/

Zurzeit verkleinere ich meinen Bestand an Eisenbahn-Büchern bzw. gebe Bücher ab, die ich doppelt besitze:
>> Privatverkauf Bücher <<

 


Karte vom Bahnnetz - bestehende & ehemalige Strecken

Bei Klick auf die unten befindliche Karte öffnet sich ein neues Fenster mit einer genauen GoogleMaps-Karte. Als Hinter­grund kann auch eine Satelliten­ansicht ausgewählt werden.

 

Bitte haben Sie etwas Geduld, da diese Karte recht lange zum Laden braucht!

 

Karte vom Bahnnetz in Österreich
Karte vom österreichischen Bahnnetz (ca. 2010). Für eine detailierte Darstellung bitte auf diese Karte klicken!

Legende:

  • Dicke, grüne Linien: Personen- und meist auch Güter­verkehr (Stand: ca. 2010); diese Ebene wird standardmäßig nicht dargestellt und muss erst eingeblendet werden!
  • Dünne, grüne Linien: nur noch Güterverkehr (Stand: 2020)
  • Rote Linien: Museumsverkehr oder Draisinen (Stand: 2020)
  • Schwarze und braune Linien: Strecke aufgelassen (Stand: 2020)

Anfänge bis zum 2. Weltkrieg

Die erste Eisenbahn in Österreich war die Pferde­bahn Budweis - Linz - Gmunden, die bereits im Jahre 1832 eröffnet werden konnte. 1837 wurde das Teil­stück (Wien) Floridsdorf - Deutsch Wagram der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn fertiggestellt, dabei handelte es sich um die erste Dampfeisen­bahn Österreichs. Daraufhin kam es zu einem massiven Ausbau des Eisenbahn­netzes und auch komplizierte Strecken wie die Über­querung des Semmerings (1854) als Teil der Südbahn wurden durchgeführt.

 

Einige wichtige Bahn­linien konnten noch vor dem ersten Welt­krieg fertig­gestellt werden, unter anderem:

  • Pyhrnbahn, Eröffnung 1905/1906
  • Mariazeller­bahn, Eröffnung 1906/1907
  • Tauernbahn, Eröffnung 1909
  • Wechselbahn, Eröffnung 1910

Beispiele für geplante Strecken

Der erste Weltkrieg verhinderte den Bau zahl­reicher schon geplanter Bahn­strecken. Es war ange­dacht, neben dem Bau von neuen Strecken auch viele Stich­bahnen zu ver­längern:

  • Wien - Neustift am Walde - Scheibling­stein - König­stetten - Sieg­harts­kirchen (Wiener­wald­bahn)
  • Wien - Mauerbach
  • Baden - Alland - Klausen-Leopoldsdorf
  • Hainfeld - Laaben - Altleng­bach - Reka­winkel
  • Gußwerk - Au-Seewiesen (Mariazeller­bahn, Schmal­spur)
  • Landl - Gußwerk (Salzatalbahn)
  • Kernhof  - Terz - Mariazell bzw. Neuberg
  • Türnitz - Mariazell
  • Litschau - Nová Bystřice (Schmal­spur­bahn)
  • Groß Gerungs - Ottenschlag (Schmal­spur­bahn)
  • Groß Gerungs - Grein an der Donau (Schmal­spur­bahn)
  • Langschlag - Freistadt
  • Martinsberg-Gutenbrunn/Ottenschlag - Anschluss Donau­ufer­bahn
  • Raabs an der Thaya - Drosendorf
  • Aigen-Schlägl - Želnava (Salnau)
  • Oepping (?) - Wegscheid
  • Haag am Hausruck - Pram
  • Bürmoos - Anschluss Mattigtal­bahn
  • Landeck - Mals (Reschen­bahn)
  • Bezau - Schoppernau (Bregenzer­wald­bahn, Schmal­spur)

 

In der Zwischen­kriegszeit wurden vor allem aufgrund des zunehmenden Straßen­verkehrs nur noch wenige Strecken eröffnet (z. B. schmal­spurige Strecke nach Gresten 1927).

Größte Ausdehnung und Beginn von Streckeneinstellungen

In der Zeit zwischen den beiden Welt­kriegen kam es zu ersten Strecken­still­legungen, sodass das österreichische Eisen­bahn­netz seine größte Aus­dehnung um ca. 1930 erreicht haben dürfte. Aufge­lassen wurden zum Beispiel:

  • Zahnradbahn auf den Kahlenberg bei Wien (1922)
  • Zahnradbahn auf den Gaisberg bei Salzburg (1928)
  • Mödling - Hinterbrühl (1932)
  • Mödling - Laxenburg (1932)
  • Sierning - Bad Hall (1933)
  • Oberloisdorf - Lutzmanns­burg (1933)

Nachkriegszeit bis Jahrtausendwende

Relativ kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden viele Strecken in den Ostblock bzw. nach Jugoslawien einge­stellt:

  • Fratres - Slavonice
  • Laa an der Thaya - Hevlin
  • Wolfsthal - Bratislava (Pressburg)
  • Parndorf - Bratislava (1998 wieder­eröffnet)
  • Rechnitz - Szombathely
  • Güssing - Körmend
  • Bad Radkersburg - Gornja Radgona/Ober­radkers­burg (Radkers­burger Bahn)

 

Andere Eisen­bahn­linien blieben erhalten, wurden aber wegen des rückläufigen Verkehrs auf ein Gleis zurück­gebaut. Auswahl ehemals zwei­gleisiger Strecken:

  • Stadlau - Marchegg (March­egger Ostbahn); wird wieder zwei­gleisig ausge­baut und elektri­fiziert.
  • Absdorf-Hippersdorf - České Velenice/Gmünd Hbf. (Franz-Josefs-Bahn)
  • Viehofen - Herzogenburg
  • Graz-Puntigam - Spielfeld-Straß (Südbahn); wird wieder bzw. ist teil­weise schon zwei­gleisig ausge­baut.

 

In den Folgejahren wurde auf weiteren Linien vor allem der Personen­verkehr aufgegeben, während der Güter­verkehr auf einigen Eisen­bahn­strecken noch viele weitere Jahre bestand bzw. bis heute besteht.

 

1964 konnte die Jauntal­bahn in Betrieb genommen werden, was der erste Strecken­neubau seit vielen Jahren war. Außer­dem begann man, die Tauern­bahn zwei­gleisig auszu­bauen bzw. zu begradigen und viele Strecken zu elektri­fizieren.

Planungen in den 90er Jahren

In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Neben­bahnen einge­stellt ("Rückzug aus der Fläche"), allerdings gab es auch Positives wie die Ein­führung des NAT 91 (Neuer Austro-Takt). Ab Mitte der 90er Jahre wurden erstmals wieder große Investitionen ins Bahn­netz vorgenommmen - z. B. wurde mit dem Ausbau der West­bahn begonnen und im Dezember 1998 die schon 1951 einge­stellte Strecke Parndorf - Bratislava wieder­eröffnet.

 

Die folgende Karte zeigt das geplante österreichische Eisen­bahnnetz mit Personen­verkehr für das Jahr 1992:

 

Österreichisches Eisenbahnnetz mit Personenverkehr, voraussichtlicher Stand 1992; Quelle: unbekannt
Österreichisches Eisenbahnnetz mit Personenverkehr, voraussichtlicher Stand 1992; Quelle: unbekannt

 

Wie man sieht, sind einige der damals aufgegebenen bzw. von einer Einstellung bedrohten Stecken (strichlierte Linien) sogar noch heute in Betrieb. Allerdings sind zwei Bahnen verschwunden, deren Existenz damals als gesichert galt:

  • Hainfeld - Weissenbach-Neuhaus (eingestellt 2004 bzw. 2005)
  • Weizelsdorf - Rosenbach (Rosentalbahn, aufgelassen 2016)

Weitere Entwicklung und das Zielnetz 2025+

Um das Jahr 2010 wurde von den ÖBB über­legt, wie ein Zielnetz 2025+ aus­sehen könnte. Viele der noch ver­blie­benen Neben­bahnen standen auf dem Prüf­stand, wie die folgende Grafik aus dem Standard zeigt:

 

Einstellungsgefährdete Nebenbahnen, Stand ca. 2010; Quelle: Der Standard/APA/ÖBB
Einstellungsgefährdete Nebenbahnen, Stand ca. 2010; Quelle: Der Standard/APA/ÖBB

 

Viele Strecken der Kategorie Z waren schon lange einge­stellt und sind mittler­weile meist abge­tragen bzw. werden als Museums­bahnen oder Bahn­trassen­rad­wege genutzt. Aller­dings ist die Strecke mit der Nummer 14 (Pernhofen - Zellern­dorf) noch im Jahre 2019 in Betrieb, wenn­gleich auch stark ein­stellungs­gefährdet.

 

Einige Strecken der Kategorie W sind mittler­weile aufge­lassen. Jedoch scheint die Zukunft vieler dieser Bahnen zumindest vorerst gesichert, wenn auch nicht immer mit öffentlichem Personen­verkehr. Wären alle grünen Strecken aufge­lassen worden, hätte es fast keine Neben­bahnen mehr in Österreich gegeben...

Zielnetz 2025+ der ÖBB

Die folgende Abbildung zeigt das schließlich geplante Zielnetz 2025+ der ÖBB, das Sie sich nach dem Bild auch als PDF in hoher Auflösung herunterladen können:

 

Geplantes Zielnetz 2025+ der ÖBB; Quelle: ÖBB Infrastruktur
Geplantes Zielnetz 2025+ der ÖBB; Quelle: ÖBB Infrastruktur
Download
Zielnetz 2025+
Zielnetz_2025_OEBB_Streckenplan.pdf
Adobe Acrobat Dokument 739.5 KB

 

Ob das so umgesetzt wird, ist nicht ganz sicher, aller­dings wurden ab dem Jahr 2010 schon viele Strecken -  insbe­sondere in Nieder­österreich - einge­stellt bzw. an private Betreiber über­geben, um dieses Ziel­netz zu erreichen. Dennoch gibt es für die ver­bliebenen Strecken Grund zur Hoffnung, siehe die folgenden Abschnitte.

 

Zudem trennten sich die ÖBB von allen Schmal­spur­bahnen: Einige dieser Strecken werden von den Bundes­ländern weiter­betrieben (Pinz­gauer Lokal­bahn, Mariazeller­bahn, City­bahn Waidhofen), andere sind noch als Museums­bahnen in Ver­wendung (Waldviertler Schmal­spur­bahnen, Ybbstal­bahn Berg­strecke, ...).

 

Beispiele einge­stellter Strecken:

  • Gstadt - Lunz am See bzw. Ybbsitz (Ybbstal­bahn, 2009/2010 einge­stellt)
  • Ober-Grafendorf - Mank (Krumpe, 2010 aufge­lassen)
  • Freiland - St. Aegyd (Traisen­tal­bahn, Personen­ver­kehr 2010 einge­stellt; noch privater Güter­verkehr)
  • Scheibbs - Kienberg-Gaming (2010 aufgelassen, Strecke abgebaut)
  • Krems - Emmersdorf (Wachau­bahn, Personen­ver­kehr 2010 einge­stellt; Touristen­verkehr durch NÖVOG)
  • Friedberg - Oberwart (Pinkatalbahn, Personen­ver­kehr 2011 aufge­lassen; noch privater Güter­verkehr)
  • Deutschkreutz - Oberlois­dorf (Burgen­land­bahn, einge­stellt 2013; im nördlichen Abschnitt Fahrrad­draisinen)
  • Hermagor - Kötschach-Mauthen (Plan­verkehr 2016 einge­stellt, möglicher­weise Museums­verkehr, seit 2019 Anschluss­bahn)
  • Weizelsdorf - Rosenbach (aufge­lassen 2016)
  • Mistelbach Lokalbahn - Hohenau (Güter­verkehr ca. 2016 einge­stellt)
  • Schweinbarther Kreuz (Personen­verkehr im Dezember 2019 aufge­lassen)

Fazit & Ausblick

Es gab viele Planungen, allerdings kam es oft ganz anders als gedacht. Bedenklich ist, dass in den 80er Jahren anscheinend die jetzige Flughafen­bahn (!) und die Strecke von St. Pölten nach Krems aufge­lassen werden sollten - letztere Strecke wird in naher Zukunft elektrifiziert.

 

Im Jahr 2010 wurde im Zuge des Ziel­netzes 2025+ über­legt, die Strecke Neusiedl/See - Wulka­proders­dorf nicht ins Ziel­netz aufzu­nehmen, obwohl sie erst kurz davor elektri­fiziert wurde. Aller­dings kam es immer wieder vor, dass in Bahn­strecken viel Geld investiert wurde, die wenig später jedoch aufge­lassen wurden. Zudem war unter anderem vorge­sehen, die Strecke zwischen Ebensee und Stainach-Irdning aufzugeben, da große Investitionen anstanden. Glücklicher­weise kam es nicht dazu, diese Bahn­strecke ist nun aufgrund vieler Touristen vor allem aus Asien gut ausge­lastet und wird modernisiert.

 

In nächster Zeit sollten jedoch fast keine Strecken mehr einge­stellt werden, sondern viele Regional­bahnen modernisiert und teil­weise elektri­fiziert werden, was wohl der aktuellen Klima­debatte geschuldet ist. In den letzten Jahren kam es sogar zu Strecken­ver­längerungen von Lokal­bahnen in Ober­österreich.

 

 

Neben den Modernisierungen von Neben­bahnen und Bahn­höfen und der Errichtung von neuen Halte­stellen sind unter anderem folgende wichtige Strecken­aus­bauten geplant und meist schon in Bau:

  • Semmeringbasistunnel zwischen Glogg­nitz und Mürz­zuschlag als wichtiger Teil der neuen Südbahn
  • Neubau der sogenannten Koralmbahn von Graz nach Klagenfurt
  • Viergleisiger Ausbau der West­bahn (neue Bezeichnung Weststrecke) im Abschnitt Linz Kleinmünchen - Linz Hbf. - Wels und Salzburg - Straß­walchen.
  • Brennerbasistunnel zwischen Inns­bruck und Franzens­feste/Fortezza
  • Nordbahn von Wien Süßen­brunn nach Berhardsthal
  • Wien - Marchegg - Bratislava (zwei­gleisiger Aus­bau und Elektri­fizierung)
  • Zweigleisiger Ausbau und Strecken­begradigungen der Tauern­bahn (größten­teils fertig­gestellt)

Niederösterreich

Die nach den zahlreichen Einstellungen im Jahr 2010 noch existierenden Regional­bahnen in Niederösterreich dürften in Betrieb und im Besitz der ÖBB bleiben bzw. teil­weise auch modernisiert werden - sogar eine Elektri­fizierung vieler Neben­bahnen ist zur­zeit geplant:

  • Wien - Marchegg - Bratislava (Elektri­fizierung in Bau, Fertig­stellung 2022)
  • Gänserndorf - Marchegg
  • Pöchlarn - Scheibbs (bis 2025)
  • St. Pölten - Hainfeld bzw. Schrambach (Traisen­tal­bahn, bis 2025)
  • Wr. Neustadt Hbf. - Puchberg am Schnee­berg (Puch­berger Bahn, bis 2027)
  • Wiener Neustadt - Sopron (Mattersburger Bahn, bis 2026)
  • Hadersdorf am Kamp - Sigmunds­herberg (Kamp­tal­bahn, bis 2027)
  • Herzogenburg - Krems (Kremser Bahn, bis 2027)

 

Leider wurde der Personenverkehr auf dem Schwein­barther Kreuz im Dezember 2019 einge­stellt (externer Link: Website mit genauer Analyse der Fakten). Dies könnte sich in Zukunft als großer Fehler heraus­stellen: Die ehemalige Straßen­bahnlinie 360 von Wien Rodaun nach Mödling ist dafür ein gutes Beispiel. Wie diese Straßen­bahn befindet sich das Schwein­barther Kreuz in unmittel­barer Nähe zu Wien, bei ent­sprechender Attraktivierung (Ver­knüpfung mit der Schnell­bahn in Richtung Wien) könnte diese Bahn­strecke in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Man stelle sich vor, selbst die Badner Bahn schrammte in den 80ern nur knapp an der Ein­stellung vorbei, heute ist sie ein unverzicht­barer Bestand­teil des (öffent­lichen) Verkehrs.

 

Zu hoffen wäre noch, dass die Strecke von Pern­hofen nach Zellern­dorf für den Güter­verkehr erhalten bleibt.

Wien

In naher Zukunft wird der Nordwest­bahnhof für den Güter­verkehr aufge­geben, wobei seine Aufgaben nach Wien Inzersdorf ver­lagert werden.

 

Ansonsten sind - zum Teil erst in ferner Zukunft - folgende Verbes­serungen geplant:

  • Wien Hütteldorf - Wien Penzing (Vorortelinie S45): zweigleisiger Ausbau für 7,5 Minuten-Takt und Errichtung Hst. Wien Baumgarten
  • Verlängerung der S45 im Abschnitt Wien Handels­kai - Wien Praterkai
  • Wien Hütteldorf - Wien Meidling (Verbindungs­bahn S80): Durch­gehend 2-gleisiger, kreuzungs­freier Ausbau und Errichtung von zwei neuen Halte­stellen: Hietzinger Haupt­straße und Stranzen­berg­brücke
  • Wiener Stamm­strecke: Einführung von ETCS 2 und Verlängerung der Bahn­steige auf 220m; diese Maß­nahmen ermöglichen das Führen längerer Züge (Dreifach- statt Doppel­garnituren) und dichtere Inter­valle.
  • Wien Meidling - Mödling (Südbahn): vier­gleisiger Ausbau und Errichtung von zwei neuen Halte­stellen: Tullnertal­gasse und Brunn Europa­ring
  • Wien Meidling - Abzweigung Altmanns­dorf (Potten­dorfer Linie): zweigleisiger Ausbau

 

Quelle und mehr Infos: https://blog.oebb.at/zweites-schienen-infrastruktur-paket/

Oberösterreich

Die Zukunft zahlreicher Strecken in Ober­österreich war lange Zeit ungewiss, insbe­sondere das Schick­sal der Mühl­kreis­bahn und der Almtal­bahn. Laut der­zeitigem Stand (Herbst 2019) soll jedoch - zumindest bis 2029 - keine einzige Neben­bahn einge­stellt werden, sondern alle bestehenden Strecken modernisiert und teil­weise sogar elektri­fiziert werden:

  • Steindorf - Braunau (Mattigtalbahn)
  • Neumarkt-Kalham - Ried - Braunau - Simbach (Innkreisbahn, bis 2029)
  • Linz - St. Nikola-Struden (Donauuferbahn)
  • Linz-Urfahr - Kleinzell (Mühlkreisbahn)
  • Wels - Sattledt (Almtalbahn, bis 2030)

 

Mehr Infos: https://blog.oebb.at/infrastrukturoffensive-oberoesterreich/

 

Sehr positiv waren auch die in letzter Zeit erfolgten Verlängerungen von Lokalbahnen:

  • Salzburger Lokal­bahn von Trimmelkam nach Oster­miething (2014)
  • Verbindung von Straßenbahn Gmunden und Traun­seebahn (2018)

Steiermark

In der Steier­mark gibt es noch einige gefährdete Bahn­strecken, dazu zählt unter anderem die Strecke von Spielfeld-Straß nach Bad Radkers­burg (Radkers­burger Bahn), trotz der erst kürzlich erfolgten Investitionen. Die Bahn­linie sollte daher vom Land Steiermark über­nommen werden, aller­dings ist es bis heute noch nicht dazu gekommen.

Außerdem weiß ich nicht, wie es mit der Murtal­bahn bzw. Gleichen­berger Bahn weiter­gehen wird (Eigen­tümer Steier­märkische Landes­bahnen). Es gibt Gerüchte, wonach die Murtal­bahn elektri­fiziert oder auf Wasser­stoff­antrieb umgestellt werden soll.

 

Eigentlich fix ist die Elektri­fizierung der Graz-Köflacher­bahn (GKB). Wann die Steirische Ostbahn elektrifiziert werden kann, ist zurzeit noch unklar.

Tirol

In Tirol wurde - außer der nur kurz bestehenden Umgehungs­bahn Innsbruck - noch nie eine Strecke einge­stellt. Ende der 1990er Jahre war allerdings der Fortbe­stand der Außer­fernbahn sehr stark gefährdet. Mittler­weile wurde diese Strecke modernisiert und der restliche Abschnitt im Jahr 2019 elektrifiziert.

 

Auch die schmalspurige Ziller­tal­bahn war Mitte der 1960er Jahre von einer Ein­stellung bedroht. Dazu kam es aller­dings nicht und im Jahr 2007 konnte sogar mit dem Bau zwei­gleisiger Abschnitte begonnen werden. In naher Zukunft erfolgt eine Umstellung von Diesel- auf Elektro­betrieb mithilfe von Brenn­stoff­zellen. Dies erfolgt auf Wunsch der Tourismus­branche, die keine störende Ober­leitung möchte. Rein wirt­schaft­lich betrachtet wäre jedoch laut Experten eine klassische Elektri­fizierung mittels Ober­leitung günstiger...

Auch Neu­tras­sierungen und eine Strecken­ver­längerung zur Ahorn­bahn sind ange­dacht.

Salzburg

Die schmalspurige Pinzgauer Lokalbahn sollte auf­grund der schweren Schäden durch immer wieder auf­tretende Hoch­wässer eingestellt werden. Dass es dazu nicht kam, ist vor allem dem Landes­haupt­mann Wilfried Haslauer (ÖVP) zu verdanken. Nach dem Hoch­wasser im Jahre 2005 wurde die fast komplett zerstörte Strecke - teil­weise auf neuer Trasse - wieder aufge­baut und 2008 vom Land Salzburg über­nommen.

Wie im Jänner 2020 auf salzburg.orf.at zu lesen war, ist geplant, die Pinz­gau­bahn vom Bahnhof Krimml zu den Krimmler Wasser­fällen zu ver­längern und auch die gesamte Strecke zu elektri­fizieren.

Andere Bundesländer

In den übrigen Bundes­ländern sind zurzeit keine Strecken von einer Ein­stellung bedroht, wenn man vom Teil­stück St. Paul - Bleiburg Stadt der Jauntalbahn absieht, das mit Inbetriebnahme der Koralmbahn aufgelassen werde soll. In Kärnten und im Burgen­land wurden ein paar Neben­bahnen erst in den letzten Jahren aufge­geben.

 

Positiv ist zu vermerken, dass im Burgenland ein Teil­stück der schon einge­stellten Bahn­strecke Oberwart - Rechnitz (Pinka­tal­bahn) für den Güter­verkehr von Ober­wart bis Roten­turm an der Pinka im Dezember 2019 wieder­eröffnet wurde.

 

In Kärnten werden die folgenden Neben­bahnen elektri­fiziert:

  • Arnoldstein - Hermagor (Gailtalbahn S4, im Dezember 2019 abgeschlossen)
  • Klagenfurt Hbf. - Weizelsdorf (S3)
  • Lavanttal - Wolfsberg (S1)

Seite erstellt am 25.11.2019. Zuletzt geändert am 24.03.2020.