Entwicklung Preis, Kapital & Kaufkraft durch Inflation

Mit diesem Online-Inflations­rechner werden die Ver­änderung der Kauf­kraft, des Preises, des Ver­braucher­preis­indexes und des Kapitals (= Geld­ver­mögen) im Laufe der Zeit aufgrund der Inflation (= Teuerung) berechnet und grafisch dargestellt. Dabei können Sie auch mögliche Veran­lagungen wie Sparbuch, Gold oder Aktien berück­sichtigen.

 

Zurzeit wird der Sparer ohne ent­sprechende Gegen­maßnahmen laufend ent­eignet: Das klassische Spar­buch ist auf­grund der Niedrig­zins­politik und des Ankaufs von Wert­papieren (z. B. Anleihen) durch die EZB (Europäische Zentral­bank) leider nicht mehr geeignet, den durch die Inflation erlittenen Ver­lust auszu­gleichen. Mit diesem Rechner können Sie ermitteln, ob die geplante Rendite Ihrer Veran­lagung aus­reicht, den Wert Ihres Ver­mögens zu er­halten bzw. even­tuell sogar noch zu stei­gern. Nach dem Rechner finden Sie eine aus­führliche Begriffs­kärung.

Kaufkraftverlust- und Preis­steigerungs-Rechner

Auswahl Inflationsrate
Inflationsrate/Jahr **   %
Laufzeit   Jahre
Anfangsbetrag   €
Zukünftiger Preis   €
Verbraucherpreisindex
Preissteigerung   %
Zukünftige Kaufkraft   €
Kaufkraft-Verlust/Gewinn   €
Kaufkraftänderung   %


   

Zusatzfunktion: Berück­sichtigung einer Veran­lagung des Anfangs­betrags

Auswahl Anlageform
Anfangswert Endwert
Jahre Gesamt-WR   %
Wachstumsrate/Jahr *   %
KEST/Jahr *   %
Kosten/Jahr *   €
Zukünftiges Kapital   €
Zukünftige Kaufkraft   €
Kaufkraft-Verlust/Gewinn   €
Kaufkraftänderung   %


* Diese Werte werden auto­matisch durch die Aus­wahl einer Anlage­form einge­tragen, sie sind jeder­zeit veränderbar. Zudem können Sie beliebige historische Wachs­tums­raten berechnen, indem Sie unter "Rate aus Chart berechnen" entweder "Anfangs- und End­wert" oder "Zeit­raum & Gesamt-WR" (= gesamte Wachs­tums­rate) aus­wählen, siehe auch Kapitel Anlageform.

** Dieser Wert wird auto­matisch durch die Aus­wahl einer Inflations­rate einge­tragen, Sie können ihn nach Belieben ändern. Alter­nativ kann die Inflations­rate auch berechnet werden, indem man einen zukünftigen Preis eingibt: Wählen Sie unter Inflations­rate --> "Inflation berechnen" --> "Eigene Inflation".

Anmerkungen

  • Eventuelle Dividenden werden nicht berück­sichtigt!
  • Auch negative Wachs­tums- und Inflations­raten sind möglich.
  • Bei allen ange­gebenen Wachs­tums­- und Inflations­raten handelt es sich um Bei­spiele aus der Ver­gangen­heit. Sie dienen nur der Orien­tierung. Es kann daher nicht auf die Zukunft geschlossen werden!!
  • Die Informationen auf dieser Seite stellen keine Anlage­beratung oder Empfehlung dar. Ich über­nehme keine Verant­wortung für eventuell ent­stehende Ver­luste.
  • Für die richtige Funktion des Rechners wird keine Gewähr über­nommen - für Berich­tigungen und Verbes­serungs­vor­schläge bitte um Nach­richt mittels Kontakt­formular!

Ausführliche Erklärung der Begriffe

Anfangsbetrag

Der Anfangs­betrag entspricht dem Wert des Geldes zu Beginn. Dies ist jener Betrag, den Sie zum Beispiel auf ein Spar­buch legen, in den Spar­strumpf stecken oder um den Sie sich Aktien oder einen Gold­barren kaufen.

Zukünftiger Preis & Laufzeit

Der zukünftige Preis gilt bei einer ange­nommenen Inflations­rate für ein Produkt nach der Lauf­zeit, für das man zum jetzigen Zeit­punkt den Anfangs­betrag zu bezahlen hat.

Preissteigerung & Ver­braucher­preis­index VPI

Addiert man zu der Preis­steigerung in %, die der relativen Änderung entspricht, die Zahl 100, erhält man den Ver­braucher­preis­index (VPI) bezogen auf das Anfangs­jahr. Das Anfangs­jahr bekommt stets 100 Punkte.

KEST und Kursgewinnsteuer in Österreich

KEST ist die Abkürzung für die Kapital­ertrag­steuer. In Österreich beträgt die KEST für Kapital­erträge aus Geld­einlagen (z.B. für Zinsen auf Spar­büchern und Giro­konten) 25 % pro Jahr.

Für Ein­künfte aus Wert­papieren, Aktien und dgl. fällt seit ein paar Jahren eine Steuer von 27.5 % an. Die soge­nannte Kurs­ge­winn­steuer (Teil der KEST) in der Höhe von 27.5 % ist beim Ver­kauf von Aktien oder Fonds­an­teilen abzu­führen - allerdings nur dann, wenn es sich um einen Neube­stand handelt.

 

Bei Bar­geld oder Gold in einem Safe fällt in der Regel keine KEST an.

Kosten/Jahr

Bei Eingabe dieser Größe können z. B. auch Gebühren für Safes, Schließ­fächer oder Depots berück­sichtigt werden. Es sind die Kosten für das erste Jahr anzu­geben. Dabei wird ange­nommen, dass sich diese Kosten im Aus­maß der jähr­lichen Inflations­rate erhöhen und jedes Jahr zu bezahlen sind.

Anlageform

Beim Rechner können Sie zwischen verschiedenen Veran­lagungs­formen (Spar­buch, Spar­strumpf/Spar­schwein, Gold und ver­schiedene Aktien) wählen, die voraus­gewählten Werte sind natür­lich beliebig ver­änderbar.

Es ist möglich, mit dem Rechner die Wachs­tums­raten in den ver­gangenen Jahren zu berechnen, indem Sie unter "Rate aus Chart berechnen" entweder "Anfangs- und End­wert" oder "Zeit­raum & Gesamt-WR" (= gesamte Wachs­tums­rate) aus­wählen.

 

Im folgenden Beispiel ist ein Screenshot des Charts einer Aktie von finanzen.at zu sehen:

 

Chart
Screenshot eines Charts von finanzen.at

Möchte man die mittlere Wachs­tums­rate inner­halb der letzten 3 Jahre ermitteln, wählt man "Zeit­raum & Gesamt-WR" aus. Ins Feld "Jahre" trägt man die Zahl 3 ein, für die Gesamt-Wachs­tums­rate in % gibt man 15.3 ein (= grüner Wert im Chart).

Auswahl von Zeit­raum und Gesamt-Wachstumsrate
Auswahl von "Zeit­raum & Gesamt-WR"

Alternativ könnte man auch die Option "Anfangs- und End­wert" verwenden. Eingaben: 5100 für den Anfangs­wert und ca. 5850 für den End­wert. Die Anzahl der Jahre bleibt natür­lich bei 3. Man erhält für die Gesamt-Wachs­tums­rate 14.71 %, sie unter­scheidet sich auf­grund von Ablese­fehlern vom grünen Wert im Chart.

Auswahl von Anfangs- und End­wert
Auswahl von "Anfangs- & End­wert"

Möchten Sie die Wachs­tums­rate für den Zeit­raum zwischen Anfangs­wert 2 und End­wert 2 wissen, kann man nur nach letzterer Methode vorgehen.

 

Mehr Informationen und Bei­spiele für Wachs­tums­raten finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Inflationsrate

Unter Inflation (Teuerung) versteht man eine Erhöhung des Preis­niveaus (= Preis­anstieg) bzw. eine Ver­minderung des Geld­wertes (Geldent­wertung): Auf­grund der Inflation muss man im Laufe der Zeit für die­selben Produkte immer mehr bezahlen.

Das Gegen­teil der Inflation ist die Deflation, also der Rück­gang des Preis­niveaus und kann bei diesem Rechner durch ein negatives Vor­zeichen einge­geben werden.

 

Die Inflationsrate beträgt in den EU-Ländern zurzeit etwa 1 bis 2 % im Jahr. Die EZB (Europäische Zentralbank) strebt eine Inflations­rate von etwas unter 2 % pro Jahr an, was der EZB aber - glaubt man den offiziellen Inflations­raten - nicht so recht gelingen will:

Trotz des massiven Ankaufs von Wert­papieren im Ausmaß von zuletzt 60 Mrd € pro Monat (!) liegt die Inflations­rate in vielen EU-Staaten weit unter den gewünschten 2 %. Diese Geld­menge ent­spricht einem Betrag von 176 € je Ein­wohner der Euro­zone. Insgesamt wurden so 2.6 Billionen Euro in Umlauf gebracht, das sind immerhin 7605 € pro Person ...

Inflationsraten für einige Länder

Die offiziellen Inflationsraten für ausgewählte Länder in % finden Sie in der folgenden Tabelle:

Land

Durchschnitt

2000 - 2009

2010 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Durchschnitt

2010 - 2019 *

 Deutschland 1.6 1.1 0.8 0.7 0.4 1.7 1.9 1.4 1.4
 Österreich 1.9 1.7 1.5 0.8 1.0 2.2 2.1 1.5 1.9
 Eurozone (19) 2.1 1.6 0.4 0.2 0.2 1.5 1.8 1.2 1.3
 EU (27) 2.5 2.1 0.6 0.1 0.2 1.7 1.9 1.4 1.5
 Schweiz  1.0  0.7  0.0 -1.1  -0.4  0.5 1.0 0.4 /
 USA  2.6  2.6 1.3 -0.8  0.5  1.7 2.2 1.3 /
 Japan -0.3 -0.6 2.8 0.8 -0.1 0.5 1.0 0.6 /

Quelle der Daten: WKO

* Prognose

 

Die vollständige Tabelle mit den Inflations­raten für die Jahre 2000 bis 2020 von den europäischen Ländern inklusive USA, Japan und Türkei können Sie sich auf der Website der WKO (Wirtschafts­kammer Österreich) als PDF-Datei herunterladen: Inflationsraten

 

Auf der Seite staatsschulden.at findet man viele weitere Daten für Österreich:

Inflationsraten für unter­schiedliche Bereiche in Österreich

Aus den Werten auf staats­schulden.at kann man die durch­schnitt­lichen Inflations­raten pro Jahr in % für Österreich im Zeit­raum von 2000 bis 2018 berechnen:

Offizielle Inflation Miete & Energie Lebensmittel Immobilien* Euro-Geldmenge M3 Gold
1.919 % 2.198 %  2.748 % 5.713 % 5.84 % 8.9 %

Quelle der Grund-Daten: staatsschulden.at

für Gold: Wikipedia

* Zeitraum 2011 - 2018

 

Wie Sie sehen, sind die Inflations­raten für gewisse Bereiche viel höher als die offizielle Inflations­rate. Der Sektor "Miete & Energie" steigt aufgrund der relativ niedrigen Energiepreise nur moderat.

Für mich sind - wie für viele andere sicher auch - die Bereiche Wohnen, Energie und Lebens­mittel am wichtigsten. Dinge, die sogar oft eine Deflation auf­weisen, kaufe ich nur recht selten und sie machen zudem nur einen relativ kleinen Anteil meines Gesamt­budgets aus.

Alternative ("wahre") Inflationsrate

Alternativ kann man die Inflations­rate wie folgt berechnen, wobei man wesent­lich höhere Werte als die offizielle Inflations­rate bekommt. Bei dieser ver­ein­fachten Berechnung wird jedoch nicht die Umlauf­geschwindig­keit des Geldes berück­sichtigt. Der so ermittelte Wert wird oft tat­sächliche oder auch "wahre" Inflations­rate genannt:

 

Geldmengen­wachstum M3 - Wirtschafts­wachstum = Inflation

 

Für Österreich beträgt die auf diese Weise berechnete Inflations­rate pro Jahr im Zeitraum 2000 bis 2018:

5.84 % - 1.63 % = 4.21 %

 

Das durch­schnittliche Wirtschaftswachstum wurde mit den Daten der WKO berechnet. Die offizielle Inflations­rate ist auch deshalb so niedrig, da die Umlauf­geschwindig­keit des Geldes in den letzten Jahren stetig abge­nommen hat. Das Geld wurde wohl groß­teils geparkt oder in Aktien und in Sach­werte wie Immobilien und Gold investiert, was man an den stark stei­genden Preisen sieht.

Kaufkraft (Geldwert) & zu­künf­ti­ges Kapital (Geld­vermögen)

Durch die von der EZB und auch den ein­zelnen Staaten ange­strebte Inflation von ca. 2 % pro Jahr kommt es im Laufe der Zeit zu einer Geldent­wertung. Das heißt, Sie können sich um Ihr Geld immer weniger kaufen, die Kauf­kraft sinkt. Bei einer Deflation erhöht sich hingegen die Kaufkraft bzw. der Wert des Geldes.

Das zukünftige Kapital (= Geld­ver­mögen) ist jener Betrag, den Sie nach der Lauf­zeit auf dem Konto haben bzw. den ein gekauftes Anlage-Produkt wie Gold dann wert ist.

Beispiel mit grafischer Darstellung

In der folgenden Grafik sehen Sie anhand eines Beispiels die Entwicklung der Kauf­kraft und des Kapitals in 20 Jahren. Bei einer ent­sprechenden Veran­lagung steigt der Geld­wert leicht an, während sich das Geldver­mögen von anfangs 1000 € auf 1515 € stark erhöht.

Die ursprüng­lichen 1000 € hätten ohne Veran­lagung bei einer jähr­lichen Inflations­rate von 2 % nach 20 Jahren nur mehr eine Kauf­kraft von rund 673 € und damit nahezu ein Drittel ihres anfäng­lichen Wertes verloren:

Beispiel: Entwicklung von Kapital (Geldvermögen) und Kaufkraft (Geldwert) mit und ohne Veranlagung
Beispiel: Entwicklung von Kapital (Geldvermögen) und Kaufkraft (Geldwert) mit und ohne Veranlagung

Kaufkraftverlust aufgrund der Inflation - ohne Veranlagung

Würden Sie zum Beispiel ein Kapital von 1000 € in einem Spar­schwein aufbe­wahren, stellt sich mit den Jahren der in der folgenden Tabelle zu sehende Kauf­kraft­ver­lust in Abhängig­keit der Inflations­rate ein:

Tabelle für Kaufkraftverlust nach Jahren in Abhängigkeit der Inflationsrate
Tabelle für Kaufkraftverlust nach Jahren in Abhängigkeit der Inflationsrate

 

Dieses Diagramm zeigt den Ver­lust der Kauf­kraft von anfänglich 1000 € im Zeit­raum von 50 Jahren für die Inflations­raten 1, 2, 3, 5 und 10%:

Diagramm für Kaufkraftverlust nach Jahren in Abhängigkeit der Inflationsrate
Diagramm für Kaufkraftverlust nach Jahren in Abhängigkeit der Inflationsrate

 

Die grüne Kurve zeigt die von der EZB ange­strebte Inflations­rate von 2 %. Nach 35 Jahren ist das ursprüng­liche Geld ohne Veran­lagung nur noch die Hälfte, also 500 € wert!

Wachstumsrate

Bei klassischen Spar­büchern entspricht die Wachs­tums­rate dem Zins­satz. Zurzeit gibt es auf Spar­bücher auf­grund der Niedrig­zins­politik der EZB nur sehr geringe Zinsen und das wird sich auch so bald nicht ändern. Es ist zurzeit zu befürchten, dass eher das Gegen­teil ein­treten wird: in abseh­barer Zeit könnte es sogar nega­tive Zinsen geben. Der Grund dafür ist die hohe Ver­schuldung zahl­reicher EU-Länder sowie die aktuelle Corona-Krise und eine even­tuell darauf folgende Finanz­krise, da unter Umständen viele Kredite nicht mehr zurück­gezahlt werden könnten.

Die Ent­wicklung der Spar­zinsen in Öster­reich sehen Sie auf dieser Seite: https://www.sparzinsen.at/sparzinsen-entwicklung/

 

Aufgrund des stetigen Rück­gangs der Zinsen in den letzten Jahr­en sollte man sein Geld alter­nativ in ein­zelne Aktien, Fonds oder in Edel­metalle wie Gold und Silber an­legen, damit man nicht zu viel an Kauf­kraft ein­büßt. Investiert man lang­fristig, können in der Regel (das heißt, wenn man nicht gerade zu einem Höchst­stand kauft) eventuelle Kurs­schwankungen ausge­glichen werden - große Gewinne lassen sich so aber oftmals nicht erzielen.

Gold

Der Vorteil beim Kauf von Gold im Vergleich zu anderen Edel­metallen wie Platin oder Silber ist, dass keine Umsatz­steuer anfällt. Beachten Sie, dass Sie beim Ver­kauf nicht den Preis bekommen, den Sie beim Kauf zahlen würden, da sich der Händler ein paar Prozente einbe­hält. Außer­dem gibt es keine Divi­denden und es können Kosten für einen Safe oder dgl. anfallen.

 

Link zu Unterseite:

Formeln zur Berechnung der historischen Wachs­tums­raten

Hier finden Sie die Formel zur Berechnung der mittleren jährlichen Wachs­tums­rate in %, wenn die gesamte Wachs­tums­rate g inner­halb von n Jahren bekannt ist, z. B. aus einem Chart von finanzen.at:

Formel für die mittlere jährliche  Wachstumsrate
mittlere jährliche Wachstumsrate

 

Ist auch die gesamte Wachstums­rate g in % innerhalb des Zeitraumes von n Jahren unbekannt, benötigen Sie noch die folgende Formel:

Formel für die gesamte Wachstums­rate in einem Zeitraum
gesamte Wachstums­rate in n Jahren

 

Somit lautet die durch­schnitt­liche Wachs­tums­rate j pro Jahr in %:

Formel für die mittlere jährliche  Wachstumsrate
mittlere jährliche Wachstumsrate

 

Kennt man hingegen die durch­schnitt­liche Wachstums­rate j pro Jahr, kann die gesamte Wachs­tums­rate g inner­halb von n Jahren in % mit dieser Formel berechnet werden:

Formel für die gesamte Wachstums­rate pro Jahr
gesamte Wachstums­rate/Jahr

Seite erstellt Anfang November 2019. Zuletzt geändert am 13.10.2020.